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„Zwoter Zug, Schott!“ Beim Bund wird längst auch mit 17 angetreten

Kiel, 20.08.2007, Pressestelle Wehrbereichskommando I Küste.
„Erst 17 Jahre alt?“ Das war die erste Reaktion eines Ausbilders, als ich vor der Zuweisung meiner Stube noch mal Name, Geburtsdatum und andere Daten angeben musste. Und ich hörte diese Worte nicht zum letzten Mal: Manche Kameraden hatten mein Alter bis zum Schluss der Allgemeinen Grundausbildung (AGA) nicht mitbekommen ...

Foto vom Empfang, nach dem Gelöbnis im April 2007Lupe
Nach dem Gelöbnis: Stolzer Marinesoldat (Quelle: privat/)

Der Jüngste

Es war mir aber schon vor Antritt meines Grundwehrdienstes klar, dass ich höchstwahrscheinlich (wie schon in der Schule) der Jüngste sein würde. Dabei ist „Bund mit 17“ doch keine Ausnahme, höchstens selten! Gerade in Anbetracht der aktuellen Entwicklung „Führerschein mit 17“ und „Abi nach 12 Jahren Schulzeit“ gewinnt dieses Angebot der Bundeswehr an Bedeutung. So kann vielleicht mancher direkt nach der Schule zur Bundeswehr gehen und muss dazu nicht eine angefangene Berufsausbildung oder ein Studium unterbrechen.

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Eine andere Möglichkeit

Ich selbst jedoch wählte eine andere Möglichkeit: nachdem ich im Juni 2006 mein Abitur absolviert hatte, entschied ich, zunächst mal ein Jahr „Pause“ zu machen. Zu dem Zeitpunkt war ich noch 16, wurde kurz darauf erst 17. Den frühen Schulabschluss verdankte ich dem Willen vieler Bundesländer, die Schulzeit auf 12 Jahre zu kürzen. In Berlin sparte der Senat in einem Pilotprojekt (inzwischen ist die Schnellläuferklasse regulär eingeführt) die 8. Klasse ein und weil ich später auf ein Gymnasium in Thüringen wechselte, machte ich das Abi, wie dort seit Jahren üblich, schon nach der 12. Klasse. Zeitersparnis: 2 Jahre. Zugeflogen kommt dabei aber nichts...

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Foto vom Gelöbnis im AprilLupe
Foto vom Gelöbnis im April (Quelle: privat)

Kreatives Jahr

Ich wollte nach meiner Schulzeit und vor Bund, Studium und späterem Berufsleben noch ein wenig „Freiheit“ genießen und dazu war jetzt endlich einmal Zeit da. Während dieses Jahres widmete ich mich meinen Hobbies und half in der Landwirtschaft meiner Eltern. Nachdem ich dann noch ein Praktikum bei einer Presse- und PR-Agentur angefangen hatte, bat ich um meine Einberufung im Anschluss an das Praktikum zum 1. April 2007. Und kurze Zeit nach der Musterung flatterte der Bescheid des Kreiswehrersatzamtes in den Briefkasten: Einberufung zum 1.April in der Verwendungsreihe 61 Stabsdienst Marine nach Plön. Meine Erfahrungen haben mir gezeigt und bestätigt, dass es keinesfalls so ist, dass man wegen des Alters benachteiligt wird. Man nimmt wie alle Kameraden ganz normal an jeder Ausbildung teil. Ganz egal ob das nur Unterricht ist oder die San-, Wach- oder Schießausbildung. Es werden die gleichen Anforderungen gestellt wie an alle und auch die gleichen Voraussetzungen – mit einer Ausnahme: Noch ist bei Minderjährigen ein Einverständnis der Eltern nötig zum Dienst an der Waffe.

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Flexibl gestalten

Heutzutage wird der Grundwehrdienst von vielen jungen Menschen leider nur noch als Last empfunden. Er sei nicht gerecht, er „torpediere“ die Lebensplanung und störe den Start im Berufsleben – Vorurteile gibt es viele. Doch was viele der Kritiker offenbar nicht wissen: Es ist keineswegs so, dass die Wehrpflicht das Leben ab dem 18. Geburtstag um 9 Monate verzögert. Längst gibt es Möglichkeiten zum flexiblen Ableisten des Grundwehrdienstes, entweder schon ab 17, oder auch erst nach Anschluss der Berufsausbildung oder studiumsbegleitend in Abschnitten. Meiner Meinung nach sind die Erfahrungen beim Bund, die schönen ebenso wie die schweren und fordernden, es allemal wert, sich genauer mit dem Thema auseinander zu setzen.

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Am Arbeitsplatz Lupe
Am Arbeitsplatz (Quelle: Pressestelle WBK I Küste/Claudia Kunkel, WBK I Küste )

Nie zu früh

Ich bin derzeit eingesetzt im Wehrbereichskommando I Küste G14. Was dahinter steckt? Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die nördlichen Bundesländer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen und Niedersachsen. So sammle ich während der Wehrdienstzeit nicht nur Erfahrungen fürs Leben, sondern auch für meinen späteren Job: Nach einem Jurastudium möchte ich in die Wirtschaft gehen. Um mich weiter zu qualifizieren, muss ich mir neben dem Studium selbstständig Kenntnisse zu Öffentlichkeitsarbeit und anderen Bereichen aneignen, und dafür ist es nie zu früh. So gewinnt die Zeit beim Bund noch weiter an Wert.

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Stand vom: 05.02.2009 | Autor:

http://www.streitkraefteunterstuetzungskommando.bundeswehr.de/portal/a/skukdo/dienstst/wbk1/presse/presseb/archiv/a2007%3Fyw_contentURL=%2F01DB040700000001%2FW2769C97239INFODE%2Fcontent.jsp.html